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Kroatien - Jagdgebiet, Sommernächte und weitere Bekantschaften

Mit einem starken Regen wurden wir bei der Abfahrt nach Rijeka in Kroatien begrüsst. Die Freude war jedoch sofort zurück als wir beim Verlassen der Stadt von lokalen Fussballfans mit Fangesängen als “Biciclisti” angefeuert wurden.


Ausserhalb der Stadt fanden wir ein lauschiges Plätzchen in der Nähe des “Tribalj” See’s. Um nicht von den Anwohnern gesehen zu werden platzierten wir unser Zelt im Gestrüpp. Von einem Wespenstich leicht angespannt zeigte David auf den etwa 100 Meter entfernten Hochsitz und meinte, ob da nicht ein Jäger drin hocke. Ich setzte als kurzsichtiger die gesponserte, korrigierte Sportbrille auf und gab Entwarnung. “Was ist denn mit Morgen?” meinte David. Ich entgegnete gelassen: “Die Kroaten gehen am Sonntagvormittag sicherlich in die Kirche und gehen doch nicht jagen.”


Nach einer wunderbaren, klaren Nacht, stärkten wir uns an der Polenta vom Vorabend. Plötzlich bellten uns zwei Hunde an und ein Mann mit umgehängten Gewehr und Tarnkleidung versuchte diese wieder etwas zu beruhigen. Uns war sofort klar: wir müssen raus aus diesem Jagdgebiet! Sofort zogen wir unsere Leichtwesten an und verräumten in Rekordzeit unser Zelt und sattelten rasch unsere Fahrräder.


Unser Zelt im Jagdgebiet

Losgefahren näherten wir uns dem Meer und genossen das Baden in der etwa 16 grädigen Adria. Unser Weg führte weiter in die wundervolle Landschaft des Nationalparks. Entschlossen nichts in der Natur zurückzulassen und unweit der doch relativ stark befahrenen Strasse zu übernachten, suchten wir einen Schlafplatz. Da sich dies als nicht sehr einfach erwies, fanden wir schlussendlich eine abgelegene und von mir bezeichnete “Römerstrasse” auf der wir überzeugt waren, schlafen zu können. Wir unterlegten die aufblasbaren Matten mit dem Zelt, damit die scharfen Kanten den Matten so wenig wie möglich anhaben konnten. Die Natur, die Stille und der Sternenhimmel sowie die Nacht wie auf einem Nagelkissen waren einzigartig. Ich hatte enormen Respekt mich auf der Matte zu bewegen, hatte ich diese doch erst vor zwei Tagen neu erworben..



Ohne Loch in der Matte begaben wir uns auf den weiteren Weg. In Karlobag gönnten wir uns eine ausgewogene Mittagspause und räumten sämtliche Saccoschen aus, damit die Kleider, Schlafsäcke, das Zelt und alles weitere auslüften und trocknen konnten. Auf der Suche nach einem weiteren bequemeren Schlafplatz aber weiterhin unter freiem Himmel, lernten wir an einem Strand Kim und Joko aus Holland kennen. Diese reisten mit ihrem Van durch halb Europa. Joko konnte die am Strand fischenden und wohnhaften Einheimischen mit einem Schluck Rakjia überzeugen, dass wir hier übernachten konnten. Den Rest des Rakija gönnten wir uns zu viert und hatten einen netten Abend am Strand.

Auf dem weiteren Weg Richtung Bosnischer Grenze lernten wir Louis und Victoire kennen, welche von Paris aus nach Jerusalem pilgern. Eine sehr inspirierende Begegnung, seit welcher ein kleiner Mariaanhänger mein Velo ziert.



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